Borderline-Persönlichkeitsstörung

Erfahren Sie, wie sich Borderline äußert und welche Auswirkungen dies auf Ihr Erleben, Verhalten und Ihre Beziehungen haben kann

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Viele Menschen erleben intensive Emotionen, Stimmungsschwankungen oder Unsicherheiten in Beziehungen – insbesondere in belastenden Lebensphasen. Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) handelt es sich jedoch um ein dauerhaftes Muster ausgeprägter emotionaler Instabilität, impulsiven Verhaltens und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen, das tief in der Persönlichkeitsentwicklung verankert ist.

Menschen mit BPS erleben Gefühle oft besonders intensiv und schnell wechselnd. Emotionen wie Angst, Wut, Traurigkeit oder innere Leere können plötzlich auftreten und schwer regulierbar sein. Diese emotionale Instabilität geht häufig mit einer ausgeprägten Sensibilität gegenüber zwischenmenschlichen Spannungen einher, insbesondere mit einer starken Angst vor Zurückweisung oder Verlassenwerden.

Auf der Beziehungsebene zeigen sich häufig instabile und intensive zwischenmenschliche Beziehungen, die zwischen Idealisierung und Abwertung schwanken können. Betroffene erleben Nähe und Distanz oft als schwer auszubalancieren, was zu wiederkehrenden Konflikten führen kann.

Auf der Verhaltensebene treten häufig impulsive Handlungen auf, etwa in den Bereichen Konsum, Essen, Selbstverletzung oder zwischenmenschliches Verhalten. Diese Impulsivität dient oft der kurzfristigen Spannungsreduktion, kann jedoch langfristig belastende Konsequenzen haben.

Auf emotionaler und kognitiver Ebene finden sich neben intensiven Gefühlen auch ein instabiles Selbstbild, Identitätsunsicherheiten sowie ausgeprägte Selbstzweifel. Viele Betroffene berichten von chronischer innerer Leere, starker Anspannung und Schwierigkeiten, sich selbst als konsistent zu erleben.

Die BPS tritt häufig gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auf, insbesondere Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder Substanzmissbrauch. Schätzungen zufolge sind etwa 1–2 % der Bevölkerung betroffen. Ohne Behandlung kann die Störung zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag und in Beziehungen führen.

Die Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung zielt darauf ab, emotionale Stabilität zu fördern, Impulsivität zu reduzieren und zwischenmenschliche Beziehungen langfristig zu verbessern.

Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist das Erlernen von Fähigkeiten zur Emotionsregulation und zum Umgang mit intensiver innerer Anspannung. In strukturierten Übungen werden Strategien vermittelt, um belastende Gefühle besser wahrzunehmen, zu benennen und zu steuern, ohne auf schädliche Verhaltensweisen zurückzugreifen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung zwischenmenschlicher Kompetenzen. Betroffene lernen, eigene Bedürfnisse klar zu kommunizieren, Grenzen zu setzen und Beziehungen stabiler zu gestalten.

Zudem wird an der Entwicklung eines stabileren Selbstbildes gearbeitet. Dysfunktionale Grundannahmen und negative Selbstbewertungen werden reflektiert und schrittweise verändert. Die erlernten Strategien werden im Alltag angewendet und in den Sitzungen gemeinsam ausgewertet und angepasst. Ziel ist es, langfristig mehr innere Stabilität, Selbstkontrolle und Lebensqualität zu erreichen sowie Krisen besser bewältigen zu können.

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) – Emotionsregulation, Stresstoleranz und zwischenmenschliche Fertigkeiten
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – Veränderung dysfunktionaler Denkmuster und Verhaltensweisen
  • Schematherapie – Arbeit an tief verankerten Beziehungsmustern und Grundannahmen
  • Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) – Verbesserung des Verständnisses eigener und fremder innerer Zustände

Porträt einer lächelnden Frau mit kurzen Haaren, Brille und weißer Bluse vor weißem Hintergrund.
Dr. Ewa Jonkisz
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Stilisierter Baum mit vielen Blättern und feinem Stamm, skizzenhaft dargestellt.